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Radweg "Garda by Bike"

Sonntag, 5. bis Sonntag, 12. September 2021

Leitung: Otto Heinl

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Nach einer stressigen Vorbereitungszeit aufgrund der Corona Epidemie war bis zur Abfahrt unklar, ob diese Radtour wegen eventueller Reisebeschränkungen abgesagt werden musste oder durchführbar war. Da alle Teilnehmer*innen nachweislich gegen Corona 2x geimpft waren und daher vom Busunternehmer kein Einwand bestand, fuhren wir pünktlich Sonntagfrüh vom Vienna Busterminal über die A2 bis Villach und anschließend durchs Drautal zum Grenzübergang Sillian. Ohne Kontrolle und Aufenthalt, ging es weiter durch das schöne Pußtatal, vorbei an Bozen zum Tagesziel Meran. Nach dem Ausladen der Fahrräder und dem Gepäck besichtigten einige Teilnehmer*innen nach dem Abendessen noch die Altstadt von Meran. Beim Anblick der prächtigen südlichen Gärten erahnten wir, warum die europäischen Aristokraten es liebten nach Meran zu reisen und wie sehr sich ihr Leben von dem Leben unserer Urgroßeltern unterschied.

Am nächsten Tag verläuft unsere Route anfangs auf Radwegen und kleinen Straßen Richtung Bozen nach Lana, wo wir in der Himmelfahrtkirche den 14m hohen holzgeschnitzten Schnatterpeck-Altar besuchten. Durch Obstplantagen radelten wir weiter zum Schloss Sigmundskron. Nur die Reparatur eines Reifenschadens unterbrach unsere Radtour. Auf dem Radweg einer ehemaligen Eisenbahntrasse, an Weingärten vorbei und durch Wald ging es ziemlich steil bergauf Richtung Kaltern. E-Biker konnten dabei lächeln, alle anderen mussten hecheln. Bei einer alten Dampflok mündet der Radweg in die Strada de Vino. Bald sahen wir den Kalterer See unter uns. Nach einer rasanten Abfahrt lud uns ein Lokal direkt am See zur Mittagsrast ein. Unter Palmen und Oleander genossen wir die angebotenen Getränke und Speisen bei schöner Aussicht auf den See inmitten der umliegenden Berge, Bella Italia inmitten Tirols!

Es kam Urlaubsfeeling auf.

Die nächste Etappe war der Ort Auer, wo der Bus direkt beim Etschradweg auf uns wartete. Einige Teilnehmer*innen radelten auf den Radweg weiter bis zum Hotel in Lavis. Der Rest fuhr mit dem Bus, wobei es die erste große Aufregung gab. Der Leiter wurde von der Besitzerin des Hotels in Meran telefonisch verständigt, dass wir irrtümlich 2 fremde Koffer im Bus mitgenommen hätten.

Der Vorschlag, die Gepäckstücke per Taxi in das Hotel der Besitzer zu überstellen, wurde von unserem Busfahrer abgelehnt. Also fuhren wir retour Richtung Meran nach Nalles. Da das Hotel mitten in den Weinbergen lag, und der Bus durch seine Länge es nicht direkt anfahren konnte, blieb er ca. 300 m vor dem Hotel mitten zwischen den Weingärten stehen, auf dem furchtbar schmalen Weg, der sich Straße nannte. Ein zufälliger anwesender Weinbauer mit einem Gabelstapler wurde vom Leiter angesprochen, ob er die 2 Koffer zum Hotel bringen könnte. Der Bitte wurde entsprochen, unter der Bedingung, dass einer auf den Gabeln mitfährt und das Gepäck sicherte. Der Busfahrer opferte sich, während der Leiter den Verkehr umleitete. Nach ca. 10 Minuten war die Sache erledigt und wir konnten die Fahrt zum Hotel fortsetzen. Es entstanden keine Kosten, die Besitzer der Koffer und die Besitzerin vom Hotel in Meran konnten gut schlafen, der Busfahrer, Günther, und der Leiter hatten stählerne Nerven bewiesen.

Rechtzeitig kamen alle Busfahrer und auch die Radfahrer zum Abendessen im Hotel in Lavis an. Zur Überraschung gab es auf jeden unserer reservierten Tische eine Menükarte mit dem Logo der Naturfreunde Währing.

Am nächsten Tag, brachte uns der Bus zum Lago di Terlago. Wieder ein See mitten in den Bergen. Nach dem Ausladen der Räder ging es auf einen romantischen Radweg Richtung Gardasee. Von weiten sahen wir schon die Burg von Alco, unser Tagesziel. Der Sturz einer Teilnehmerin trübte unsere Radtour. Sie wurde am Knie verletzt. Nach der Erste-Hilfe-Leistung konnte sie noch bis zum Hotel weiterradeln. Weitere Fahrten waren für sie nur mehr mit dem Bus möglich. Durch die mittelalterliche Stadt, die den Fußgängern vorbehalten ist, mussten wir das Rad bis kurz vor unserem gebuchten Hotel schieben.

Nach dem Frühstück ging es entlang eines Flusses auf Radwegen durch eine Oleanderallee zum Hafen von Garda de Riva. Beim Kauf der Tickets für die Überfahrt mit der Fähre nach Limone (nur mit Nachweis des grünen Passes möglich) fehlte ein Teilnehmer. Es stellte sich heraus, dass er es gewagt hatte, aus der Fahrradschlange auszuscheren, um sich eine Jacke anzuziehen(!) und so den Anschluss verpasst hatte. Nach mehreren Telefonaten und Erklärungen, wo die Fähre ablegt, kamen zeitgleich die Fähre und der Vermisste zur Anlegestelle.

In Limone angekommen, wurde aufgrund der vielen Touristen in den engen steilen Gassen ein Treffpunkt für die Weiterfahrt mit der Fähre an das Ostufer nach Malcesine bei der Anlegestelle vereinbart, da eine gemeinsame Besichtigung in der Gruppe nicht möglich war. Einige schoben das Rad bzw. versuchten auf dem spektakulären Radweg entlang der Felsen zur radeln. Ergebnis siehe auf der Homepage der NF-Währung “Fotos”. Andere machten einen Stadtbummel bzw. besuchten die Lokale von Limone bis zur Abfahrt der Fähre. Wie mehrmals bei unserer Reise, war es auch hier möglich, an einem öffentlich zugänglichen Strand im See zu baden.

Am Ostufer wartete der Bus für die Weiterfahrt nach Peschiera zum Südufer.

Da Einige noch radeln wollten, machten wir in Garda für die Radler halt, die bis zum Hotel in Peschiera, entlang des Sees in die Pedale traten.

Der nächste Tag war Busfrei. Daher wurde vom Leiter eine Radtour nach Sirmione angeboten. Von Peschiera bis nach Sirmione gibt es einen eigenen Radweg, der ist aber mit Halb-Gittern quer über den Radweg entschärft, die man jeweils nur mit Mühe umfahren konnte.

Nach der Besichtigung der Altstadt mit dem Wasserschloss, hatten wir die Idee mit Motorbooten nach Peschiera zurückzukehren. Es wurden 2 Boote für die Räder und 1 Boot für die Teilnehmer gechartert. So ging die Fahrt mit ca. 50 km/h und rassiger Disko-Musik nach Peschiera. Es war ein Höhepunkt unserer Radreise. Nach dem Abendessen gab es wie immer in der Poolbar ein gemütliches Zusammensitzen mit Plaudereien.

Am nächsten Tag stand Verona am Programm. Ein eigener Hotelbus brachte uns zum Bahnhof nach Peschiera und eine 20 Minuten Fahrt mit der Bahn mitten nach Verona. Alle Teilnehmer bekamen einen Hin- und Retourfahrschein.

So konnte die Besichtigung von Verona individuell gestaltet werden.

Einige fuhren mit einem Bummelzug durch die Altstadt inkl. Erklärungen in deutscher Sprache. Andere gingen zu Fuß von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. 3 Teilnehmer kamen mit dem Rad nach Verona.

Am letzten Tag war noch eine Radtour entlang des Flusses Mincio nach Mantova geplant. Start war in Peschiera an der Mündung des Flusses. Der Weg verläuft rechts und links des Flusses, ist asphaltiert und wird von Pappeln und Zypressen gesäumt. Ökologisch und naturkundlich interessierte Teilnehmer*innen versuchten die Methoden der örtlichen Landwirtschaft zu entschlüsseln. Nach 15 km erreichten wir die sehenswerte Ortschaft Borghetto mit historischen Häusern, Wassermühlen und der Visconti-Brücke. Vorbei beim Naturpark Parco Bertone kamen wir bald nach Mantua. Vorher verwandelt sich der Micio in ein System aus Seen, wo wir auch Lotusblumen bestaunen konnten. In der wunderschönen Renaissance-Stadt Mantua mit ihren prächtigen Villen und Palazzi endete unsere letzte Radtour. Die Rückfahrt ins Hotel erfolgte mit unserem Bus bereits mit Radanhänger, fertig für die Heimreise.

Am Sonntag nach dem Frühstück um 08:00 Uhr war Abfahrt zur 3 km entfernten Autobahn, während der Fahrt unterhielten sich die meisten miteinander, obwohl durchgehend bis Wien eine Perlenkette an kühnen Autobahnkleeblättern zu sehen war. Vorbei an Venedig, Udine erreichten wir den Grenzübergang Tarvis (wie bei der Einreise keine Kontrolle oder Aufenthalt). Die Ankunft in Wien beim Vienna Busterminal war um 19:00 Uhr.

Wetter der gesamten Woche: wolkenlos bei sommerliche Temperaturen.

Otto Heinl

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