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Unterwegs im Kamptal – Weingärten, Wald und Fluss

Montag 26. Oktober 2020 Nationalfeiertag

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1 Woche vor dem ‚Lockdown’:  Von Gobelsburg den Kamp entlang und die leuchtend gelben und noch nicht ganz abgeernteten Weingärten des Heiligenstein mit seinen Terrassen steil hinauf zur Kamptalwarte; Rast. Das war für uns 11 schon die ärgste Steigung. Nördlich durch Wald, meist auf Wirtschaftswegen. Erstaunlich, dass es innerhalb des hoch gelegenen riesigen Waldgebietes so große Weingärten gibt; vom Tal aus kann man sie nicht sehen. Nach zwei romantischen Waldteichen: „wollt Ihr die neue breite Forststraße weitergehen oder Abenteuer riskieren?“ Die Gruppe riskiert. Ein Brett über ein Bächlein und über Feuchtwiesen in absoluter ‚Natur pur’ wild durch Wald hinauf zum angepeilten Weg – geschafft, langweilige Forststraße erspart. Vorbei an Obstbäumen (Äpfel und Quitten) und Schafen mit schwarzen Köpfen zur großen Rast in der Nähe des feudalen Forsthauses. Am weiteren Höhenweg waren die Wildschweine heftig zugange, haben ihn auf der Suche nach Fressbarem aufgewühlt. Wir aber finden reife und angenehm saure Berberitzenfrüchte. Und Parasole. Aber sind sie’s auch? Sie werden so komisch orange, wenn man sie verletzt. Wir trauen uns nicht und werfen sie weg. Zu Hause, wo die klugen Bücher stehen, liest man: „Safranschirmling. Fleisch rötet intensiv bei Verletzung und Schnitt. Ebenso schmackhaft wie der Parasol“. Zu spät; dafür wissen wir’s nun. Nur Elisabeth hatte ihm vertraut und berichtet von angenehmer Verspeisung. Ein Lehrweg, vorbei an Douglasien, die wegen ihrer Hitzebeständigkeit bereits in den 1980er Jahren großflächig angepflanzt wurden, bringt uns durch überwucherte frühere Weingärten mit Ausblick auf die farbige Weingartenlandschaft jenseits des Kamp hinunter nach Schönberg, wo das einzige Gasthaus gerade schließt und uns gleich den nächsten Zug erreichen lässt. Eine schöne Wanderung – davor allerdings viel Stress: Anmeldungen, Abmeldungen, NachrückerInnen... und am Nationalfeiertag keine Franz-Josefs-Bahn. Großes Rundum über Floridsdorf und Stockerau. Weil alle um 8:50 Uhr beim Treffpunkt in Heiligenstadt waren, haben wir, halleluja, noch den Zug um 9:08 Uhr ab Wien Floridsdorf geschafft.                     

Walter Kissling

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