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Radtour am Vennbahn-Radweg

Sonntag, 1. bis Sonntag, 8. September 2019
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1. Tag: Der Treffpunkt war, wie immer bei unseren längeren Radtouren, der Internationale Busterminal, Erdbergstraße 200A. Es sollte eine lange Fahrt werden. Durch Österreich früh am Morgen war der Verkehr erträglich, das wurde bei der Deutschlanddurchquerung von Ost nach West leider ein wenig zäher, kurz gesagt nach ca. 1000 km erreichte der Bus um etwa 19:30 Uhr das Hotel in Aachen. Nach der Ankunft gab es gleich das vorbestellte Abendessen und anschließend wurde eingecheckt. Auf unsere Gruppe warteten in den folgenden Tagen 270 km Radeln.

 

2.Tag: Endlich konnte die Radfahrt beginnen, in der Früh, wenn es am besten ist, Städte zu besichtigen, rollte die Gruppe von Maschiertor ins Zentrum von Aachen zur Pfalzkapelle von Karl dem Großen aus dem 8. Jhdt. Da sie zufällig geöffnet war, konnten wir dieses einzigartige Monument auch von innen bestaunen. Anschließend flanierten wir noch kurz durch das Zentrum von Aachen mit seinen vielen Brunnen. Dann bestiegen wir die Räder und hinauf ging es zur Vennbahn. Bald erreichten wir Kornelimünster. Danach führte uns die Fahrt bergan in die Eifel. Die Witterung war sonnig mit angenehmen Temperaturen. Das letzte Highlight des ersten Tages setzte die kleine beschauliche Stadt Monschau, ehemals Zentrum der Tuchweber in der Eifel. Über 300 denkmalgeschützte Bauwerke, zumeist Fachwerkhäuser, gab es zu bestaunen. Noch 6 km bergauf und wir waren bei unserem Hotel in Kaltenherberg nahe der belgischen Grenze.

Strecke: 73,5 Km – Fahrzeit: 5 Stunden 45 Minuten – Durchschnitt: 12,7 km/h

 

3.Tag: Am dritten Reisetag gab es keine Sehenswürdigkeiten zu bewundern: Es war die Natur, die alles bot, was das menschliche Auge erfreut. Es ging leicht bergauf, durch Wälder, an den mit Hecken umzäunten Weiden mit Rindern oder Pferden vorbei. Der Vennbahnweg ist zurecht einer der meist prämiierten Radwege Deutschlands, gut ausgeschildert und mit ausgezeichnetem Belag ausgestattet. All das machte den TeilnehmerInnen natürlich große Freude, und so radelten wir mit Elan durch die zauberhafte Hügelwelt bis Sourbrodt, wo die Freude dem Leiter blitzartig verging: Er hatte seinen Rucksack und die Seitentasche mit allen Unterlagen bei der Abfahrt im Hotel liegen gelassen. Eine Lösung war aber bald gefunden. Da der Begleitbus in Sourbrodt auf uns wartete, wurde der Busfahrer ersucht, die bereits vom Wirt gefundenen Gepäckstücke vom 5 km entfernten Hotel zu holen.

Mit dem Bus ohne Fahrräder ging es nun zum Naturparkzentrum Hohe Venn. Von dort aus unternahmen wir eine „Bergtour“ auf den höchsten Berg Belgiens, den 694m hohen Signal de Botrange mit Aussichtsturm und Gedenktafeln vom 2. Weltkrieg. Auf „Hölzernen Stegen“ wanderten wir anschließend durch das Hochmoor im Naturpark Hohe Venn-Eifel. Hungrig und durstig kehrten wir zu Mittag ins INFO-Gasthaus ein, wo auch der Bus parkte.

Wieder bei den abgestellten Fahrrädern in Sourbrodt angekommen, fuhren wir unserem Tagesziel St. Vith entgegen.

Kurz vor St.Vith nahmen 4 Teilnehmer eine falsche Abzweigung. Die restliche Gruppe radelte in die in die Altstadt und wartete in einen Lokal am Hauptplatz auf die „Ausreißer“. Nach einigen Telefonaten mit den Verirrten, die für eine Rückkehr nach St. Vith bereits zu weit weg waren, wurde vereinbart, dass sie direkt ins Hotel nach Weiswampach radeln sollten. Da sie ein Radnavi besaßen, war das für sie kein Problem, außer mehr Radkilometer in den Wadeln. Die Strecke von St. Vith zum Hotel nach Weiswampach wurde mit dem Bus zurückgelegt. Bei unserem großartigen Abendessen wurden die 4 Nachzügler mit Applaus empfangen. Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende.

Strecke: 42 Km – Fahrzeit: 2 Stunden 30 Minuten. – Durchschnitt: 16,4 km/h

 

4.Tag: Von Weiswampach aus mussten wir einige Kilometer bergauf und bergab mit schönem Fernblick auf die Ardennen radeln, bevor es wieder bergab zur Our ging. Entlang des Flusses auf einem romantischen Radweg erreichten wir Vianden mit der mächtigen Burg. In dem kleinen mittelalterlichen Städtchen kehrten wir in einem Lokal direkt beim Fluss ein und genossen in der Sonne kalte Getränke mit Blick zur Burg.

Per Bus ging es weiter bis Luxemburg. Hier begann unser nächstes Abenteuer. Unser Quartier war die Jugendherberge im Ortsteil Pfaffental. Wir fuhren sie per Navi an. 20 m vor dem Ziel sperrte uns eine Brücke mit einer Beschränkung auf 3,5 t Gesamtgewicht die Zufahrt zur Herberge. Aufgrund der Länge von Bus mit Anhänger war ein Umdrehen nicht möglich. So mussten wir bei der Weiterfahrt eine Straße sperren, um eine Kurve fahren zu können. Mit Hilfe eines zweiten Navis (das erste Navi war nur für PKW‘s programmiert) und telefonischer Auskunft über die Zufahrt mit Bus, erreichten wir doch noch rechtzeitig unser Quartier. Für die Teilnehmer wurde vom Leiter die „Irrfahrt“ als geplante Stadtrundfahrt verkauft (aber nicht angenommen). Das Einchecken war aufgrund der vielen Wünsche nach einem Einzelzimmer, die aber bei der Jugendherberge nur bei Bedarf zur Verfügung stehen, etwas turbulent. Aber es löste sich spätestens beim sehr guten Abendessen alles in Wohlbefinden auf. Jeder und jede bekam ein Bett inkl. WC u. Dusche mit HP, in ruhiger Lage, ca. 15 Min Gehzeit vom Zentrum Luxemburg um € 34,00 pro Person.

Strecke: 45 Km – Fahrzeit: 3 Stunden 30 Minuten – Durchschnitt: 12,8 km/h 

 

5.Tag: Dieser Tag wurde als Ruhetag genutzt. Nach dem Frühstück empfing uns ein Reiseleiter in unserer Unterkunft. Bei einem 3 1/2 stündigen Rundgang am „Wenzelpfad“ haben wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt besucht und eine 1000 jährige Geschichte nachvollzogen. Wir spazierten durch die Oberstadt (erreichbar mit einem Panoramalift) und die Unterstadt zum Bockfelsen, vorbei an der restaurierten Wenzelsmauer und durchs Alzette-Tal mit seinen außergewöhnlichen Befestigungsanlagen. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung. Zum Abendessen gab es vom Grill ein Roastbeef mit Ofenkartoffel, Gemüse und Salat, als Vorspeise Suppe und Eis als Nachspeise.

 

6.Tag: Wir verließen die Hauptstadt mit dem Bus Richtung Süden. Nach ca. 120 km in Sarreguemines fanden wir gleich eine geeignete Stelle neben dem Saarradweg zum Entladen der Fahrräder. Der Radweg entlang des Saar-Kanals mit vielen Schleusen schlängelt durch das wundervolle Saartal und führt durch das „Krumme Elsass“ und den herrlichen Naturpark von Lothringen. Hausboote und Reiher waren unsere Begleiter bei dieser Radtour. In Saaralbe mit dem malerischen Stadtzentrum und der schönen Kirche wurde zu Mittag eingekehrt. Am Kanal-Radweg ging es anschließend weiter, vorbei an einem 750 - 1000 Hektar großen Weiher Richtung Gondrexange. Kurz vor Gondrexange mussten wir noch über eine Brücke mit steiler Auffahrtsrampe die Saar überqueren. Beim Campingplatz in Gondrexange wartete unser Bus für die Fahrt zu unserem Hotel in Wasselonne.

Zum Abendessen gab es eine Elsässische Sauerkrautplatte mit diversen Würsten. Der Wirt hatte es aber zu gut für uns gemeint, es war so viel, dass wir gar nicht alles aufessen konnten.

Strecke: 72,5 Km – Fahrzeit: 4 Stunden – Durchschnitt: 17,6 km/h

 

7. Tag: Der letzte Radtag. Leider! Er begann in Saverne (ca. 20 Min Busfahrt von Wasselonne entfernt) und wurde am Rhein-Marne-Kanal fortgesetzt. Die Fahrt war ebenso schön und beschaulich wie am Tag zuvor, allerdings nur 36 km lang. In Vendenheim ca. 10 km vor Strasbourg endete unsere Radtour. Das letzte Mal wurden die Fahrräder in den Anhänger geladen. Mit dem Bus ging es durch Strasbourg zum Busparkplatz im Ortsteil Elsau. Im Bus-Parkscheinpreis waren auch die Straßenbahntickets für alle Teilnehmer inkludiert. Mit Gepäck ging es nun mit der Strasbourger Bim 4 Stationen zum Stadthotel. Die Gruppe checkte ein und ruhte ein wenig, bis die Fremdenführerin im Hotel eintraf. Die großartige Kathedrale und das sehr lebendige Stadtviertel “Petit France“ bildeten die Höhepunkte des Stadtrundganges. Im Restaurant Le Gruber wurde die Reise würdig beendet.

Strecke: 36 Km – Fahrzeit: 2 Stunden – Durchschnitt: 18 km/h

 

8.Tag: Abfahrt vom Hotel mit Bim um 07:25 Uhr zum Bus-Parkplatz. Abfahrt mit Bus um 08:00 Uhr. Die Fahrt z.T. bei Regen wurde ohne viel Stau abgespult. Ankunft in Wien um 20:30 Uhr.

 

Resümee: Eine ganz bezaubernde Reise durch Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich in einem Landstrich mit einzigartigen Kunstschätzen, unzerstörter Natur, gepflegten Radwegen fernab von Autobahnen und anderen Verkehrswegen bei sonnigem Wetter (nur beim Rundgang in Luxemburg Stadt gab es einige Regentropfen).

Gesamtkilometer: 269 in 17 Stunden 45 Minuten

Otto Heinl

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