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Rad-, Wander- und Raftingtour

Vom Triglav auf der Smaragdstraße in die Kvarner Bucht zum Inselhüpfen.

Socatal
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Insel Cres
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Früh am Morgen fuhren wir von Wien über die Südautobahn und durch den Karawankentunnel nach Kranjska Gora. Dort wartete bereits ein Kleinbus, der den Radanhänger auf einer ehemaligen Militärstraße mit engen Kurven auf den Vrsicpass (1611 m) transportierte. Nach dem Abladen der Fahrräder ließen wir uns auf einer schier endlosen Abfahrt ins Socatal hinunterrollen. Nach 10 Kilometern, bei der 49. Kurve, bogen wir zur Socahütte ab. Einige Teilnehmer wanderten von dort, zum Teil auf einem versicherten Klettersteig, bis zum Quellenursprung der Soca.

Der Rest der Teilnehmer kehrte inzwischen in der Hütte ein. Auf der neben dem smaragdgrünen Wasser der Soca mit vielen Hängebrücken laufenden Straße, radelten wir nach Cezsoca bei Bovec, zu unserem 1.Quartier.

Tageskilometer: 38, Fahrzeit: 2 Stunden, max. Geschwindigkeit 50 km/h

 

Der 2.Tag begann für 11 TeilnehmerInnen mit Abenteuer pur. Mit Kleinbussen wurden wir vom Quartier abgeholt und zum Raftingcenter gebracht. Nach Anlegen der Ausrüstung (Neoprenanzug, Schwimmweste, Helm etc.) fuhren wir weiter zum Einstieg in die Soca, wo wir die zwei mitgeführten Schlauchboote wasserten. Zum Eingewöhnen ruderten wir zuerst im ruhigen Gewässer. Bis die ersten Stromschnellen kamen! Ab jetzt wurde die Fahrt unruhig und die Kommandos des Bootsführers immer häufiger. Zum Teil im Slalom mussten wir kleinen und größeren Felsen ausweichen, was uns ganz schön ins Schwitzen brachte. Bei einem Fahrmanöver rückwärts und aufgrund einer einseitigen Belastung des Bootes fiel der Leiter mit dem Rücken ins Wasser und konnte nur mit der Hilfe des Bootsführers wieder ins Boot zurück krabbeln.

Diese dramatische Szene wurde von einer Helmkamera dokumentiert und wird bei einem Klubabend gezeigt werden.

Nach der Rückkehr vom Rafting bestiegen wir die beim Quartier abgestellten Fahrräder und weiter ging es Richtung Tolmin. Auf der Fahrt, bei blauem Himmel, konnten wir die landschaftlichen Highlights des Socatales, wie Triglav, die umliegenden bizarren Berge und den 100m hohen prächtigsten und wasserreichsten Wasserfall Sloweniens genießen. Von dort brachte uns der Bus nach Kobarid. In einer Pizzeria (die besten Pizzas weit und breit) nahmen wir unser verspätetes Mittagessen ein. Ein anschließender Besuch im Kobarid-Museum erinnerte an die bewegte Vergangenheit vor ca.100 Jahren, über das Schicksal der Soldaten im 1.Weltkrieg.

Es folgte ein kurzer Fotostopp bei der Teufelsbrücke. Auf einer verkehrsarmen Straße, mit Blick auf die Soca, erreichten wir bald Kamno, wo der Bus unsere Gruppe „Raftingfahrer“ aufnahm. Ein paar Kilometer weiter in Tolmin warteten die restlichen Teilnehmer, die von Bovec direkt bis hierher geradelt waren. Gemeinsam trafen wir rechtzeitig im Hotel Sabotin in Solkan bei Nova Gorica zum Abendessen ein.

 

Kamno, wo uns der Bus absetzte, war der Ausgangspunkt unserer Radtour am 3.Tag. Wir radelten ein kurzes Stück auf der den Raftingfahrern bereits bekannten Nebenstraße zur Tolmin-Klamm im südlichen Ausläufer des Triglav Nationalparks. Eine Besichtigung der beeindruckenden Schlucht mit gelegentlichen Fotostopps war Pflicht. Kurz nach der Tolmin-Klamm konnten einige TeilnehmerInnen wieder den Bus besteigen und eine Offroadstrecke auf bequeme Art umfahren. Ab Most na Soci begann die einige Höhenmeter hohe und steile Bergfahrt auf Asphalt. Bald verließen wir die Straße und schwenkten in einen Wiesenweg ein, der in einen rumpeligen Waldweg mündete. Verschärft wurde diese Tour durch leichten Regen, der den „Radweg“ rutschig machte.

Einige Stürze (ohne ernsthafte Verletzungen) waren unvermeidlich.

Bergauf, bergab, größtenteils schiebend, erreichten wir nach einigen Kilometern wieder eine Asphaltstraße, die zum Ort Kanal führte. Hier bauten wir in einem Gasthaus unser Adrenalin wieder ab.

Neben der immer breiter werdenden Soca radelten wir – als Belohnung für die vorangegangene Schinderei – auf einem neu gebauten Radweg wieder ins Hotel Sabotin, wo wir das 2. Mal nächtigten.

Tageskilometer: ca. 30

 

Nach dem Frühstück bringt uns der Bus nach Brestova. Mit der Fähre setzten wir von Festland auf die Insel Cres über. Geplant war eine Radtour nach Beli zum Naturschutzgebiet „Caput insulare“(Rehabstation für verletzte Geier). Leider machte uns die Bora einen Strich durch die Rechnung. Der Sturm war so stark, dass sich eine leichtgewichtige Teilnehmerin bei ihrem Gatten anhalten musste. Eine Radtour war daher zu gefährlich. So wurde die Fahrt mit dem Bus bis zur Stadt Cres fortgesetzt. Nach einer Hafen- und Altstadtbesichtigung machten wir uns auf den Weg zur letzten Station unserer Radreise nach Mali Losinj zum Hotel Vespera. Aufgrund der begrenzten Parkmöglichkeit für den Bus und den Anhänger hatten wir große Probleme, einen geeigneten Parkplatz zu finden. Während alle Teilnehmer im Hotel eincheckten, plagten sich der Busfahrer und Leiter, sowie 2 männliche Teilnehmer eine volle Stunde mit dem Rangieren und Einparken des Busses inkl. Radanhänger.

5.Tag

Heute stand ein „Erholungstag“ für Busfahrer und Leiter am Programm. Auch der Leiter hatte sich einen „freien Tag“ verdient und wollte gemütlich ohne Stress Mali Losinj besichtigen. Beim Entladen seines Fahrrades standen plötzlich 28 TeilnehmerInnen beim Radanhänger und alle wollten nach Mali Losinj. So wurde aus dem Erholungstag ein „Arbeitstag“. Zuerst gondelten wir entlang der Uferpromenade nach Mali Losinj, wo sich die Gruppe teilte. Einige kehrten in eines der vielen Cafes ein, eine andere fuhr gleich auf die Insel Veli Losinj weiter. Aber alle trafen sich wieder in einem netten Fischrestaurant am Hafen vom Ort Veli Losinj zum Mittagessen. Die Retourfahrt ins Hotel erfolgte individuell über eine Straße (kurz) oder wieder auf der Uferpromenade. Nach der Rückkehr gab es noch genug Zeit, im Meer zu baden.

Am vorletzten Tag unternahmen wir noch eine anspruchsvolle Radtour auf der Insel Cres. Der Bus brachte uns wieder zur Stadt Cres zum Abladen der Fahrräder. Eine gut angelegte Forststrasse führte uns (z.T. schiebend) auf 200 Meter über dem Meer und bot uns tolle Ausblicke auf die Inseln, nach Valun und auch nach Cres. Nach dem ständigen Auf und Ab auf steinigem Terrain, auch die Sonne wurde zur Qual und Schatten gab‘s so gut wie keinen, rollten wir die steile Straße ins Zentrum von Valun hinunter. Vorher konnten wir noch einige Weisskopfgeier mit bis zu 3 m Flügelspannweite, die über unsere Köpfe kreisten, beobachten.

Eine Besichtigung der Schauplätze von „Der Sonne entgegen“ war Pflicht. Ebenso der Besuch einer Konoba am Hafen, wo wir Prosciutto, Käse, Oliven, Cevapcici und Getränke orderten. Da einige TeilnehmerInnen wegen der Hitze den Anstieg zur Hauptstraße nicht mehr fahren wollten / konnten, wurde der Busfahrer vom Leiter telefonisch ersucht, Valun anzufahren und einen Teil der RadfahrerInnen abzuholen. Die restlichen TeilnehmerInnen nahmen die Höhenmeter zur Straße in Angriff. Sie fuhren weiter zum Süßwassersee, der 15 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, sie radelten entlang eines Hanges bis zum Ende des Sees und stießen dann auf die Straße, welche nach Ozor führt. Dort wartete bereits die mit dem Bus angekommene 1. Gruppe in einem Cafe bei kalten Getränken. Über eine Drehbrücke (die Verbindung von Insel Cres nach Losinj) fuhren nach der Stärkung alle TeilnehmerInnen mit dem Bus wieder ins Hotel nach Mali Losinj.

Der letzte Tag wurde nach einer mehr oder minder anstrengenden Radwoche zum Relaxen genützt. Das Wetter ist sonnig und warm und verleitet viele zum Schwimmen im glasklaren Meerwasser in einer nahen Kiesbucht. Einige gingen spazieren oder radelten noch einmal nach Mali Losinj.

 

Weil das Programm so dicht war und jeder Tag neue Eindrücke brachte, verging die Woche viel zu schnell. Aber einmal hat alles ein Ende und so mussten wir wieder die Heimreise antreten. Mit der Fähre setzten wir auf das Festland über und weiter ging es auf der Autobahn durch Slowenien zum Grenzübergang Spielfeld, wo wir wieder in der Heimat landeten. Ich möchte mich noch bei allen Teilnehmern für die schöne und harmonische Radwoche bedanken.

Otto Heinl

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